Heiliger Gral oder verbotene Frucht? Martin Fröhler will den dezentralen privaten Dollar bauen
von onchainaustria.at
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Auf der diesjährigen Vienna Blockchain Week wohnte ich einem Panel bei, in dem es wieder einmal um MiCAR und die Frage ging, welche Vor- und Nachteile die europäische Krypto-Regulierung für die Branche bringt. Es war eines dieser Panels, wie man sie inzwischen auf fast jeder Krypto-Konferenz sieht: Banker, Anwälte, Consultants — wenig Builder, kaum noch Nerds.
Alles wichtig. Alles legitim. Aber manchmal fühlt es sich so an, als wäre die Krypto-Welt mittlerweile von Suits übernommen worden. Als wäre das große Narrativ nicht mehr Dezentralisierung, Permissionlessness und finanzielle Selbstbestimmung, sondern: „Endlich sind wir reguliert — jetzt dürfen wir etwas machen.“
Genau in diesem Umfeld fiel mir Martin Fröhler auf.

Nicht, weil er laut war. Sondern weil er mit scharfer Eloquenz einen Gedanken formulierte, den man auf solchen Panels inzwischen viel zu selten hört: Dass echte DeFi-Protokolle von dieser Art Regulierung im Kern gar nicht berührt werden sollten. Weil es dort keinen zentralen Anbieter gibt, den man regulieren kann. Und dass Regulierung, so gut sie gemeint sein mag, sehr oft vor allem eines macht: Innovation verlangsamen.
„Wo kein Issuer, kein CEO und keine Freeze-Funktion existieren, läuft klassische Regulierung ins Leere. Genau das war doch die Idee von DeFi.“ M.F.
In einer Branche, die immer stärker nach Bankenlogik klingt, war das ein angenehm alter, fast schon vergessener Cypherpunk-Gedanke. Einer dieser Momente, in denen man sich daran erinnert, warum viele von uns Blockchain ursprünglich spannend fanden.
Deshalb wollte ich mit Martin Fröhler sprechen.
Der rote Faden: Dezentralisierung
Fröhlers Weg in Krypto beginnt nicht mit Meme-Coins, Trading-Gruppen oder einem schnellen Bullrun-Gewinn, sondern in der Finanzmathematik. Er studierte Wirtschaftsmathematik an der TU Wien, arbeitete als Quant und entwickelte Trading-Algorithmen für institutionelle Märkte.
Schon vor Bitcoin beschäftigte ihn eine Frage, die im Kern sehr krypto-nah ist: Warum ist der Zugang zu Kapital, Märkten und professioneller Finanzinfrastruktur so stark zentralisiert?
Sein erstes Startup im Silicon Valley war deshalb eine Art dezentraler quantitativer Hedgefonds. Die Idee: talentierte Quants auf der ganzen Welt sollten Trading-Systeme entwickeln können, ohne selbst institutionelle Kontakte, große Tickets oder Zugang zu Hedgefonds-Kapital zu haben. Wenn ein System funktionierte, konnte es mit Investorengeld verbunden werden.
„Ich habe gesehen, dass sehr viele gute Leute nie eine Chance bekommen. Nicht, weil sie nicht talentiert sind, sondern weil die Struktur des Finanzsystems sie gar nicht erst hineinlässt.“ M.F.
Das war noch kein Krypto-Projekt. Aber der Gedanke war bereits derselbe: Zugang öffnen, Mittelsmänner reduzieren, Talent und Kapital direkter verbinden.
Im Silicon Valley kam Fröhler dann mit Bitcoin in Berührung. Zunächst kaufte er nur einen Bitcoin „just for fun“. Wenige Wochen später hatte sich der Preis verdoppelt.
„Da dachte ich mir: Okay, you have my attention.“ M.F.
Wirklich überzeugt hat ihn aber nicht der Kurs, sondern das Whitepaper.
„Da habe ich verstanden, dass Bitcoin nicht nur ein Asset ist. Es war die Idee, Mittelsmänner auf Protokollebene aus dem Finanzsystem zu entfernen — und dieses System für jeden frei zugänglich zu machen.“ M.F.
Dieser Gedanke zieht sich bis heute durch seine Projekte. Zuerst die Dezentralisierung des Zugangs von Quants zu Kapital (Quatiacs). Dann Morpher, eine permissionless Trading-Plattform, auf der theoretisch jeder Markt handelbar wird, sobald es einen brauchbaren Preisfeed gibt. Und jetzt UPD (Universal Private/Permissionless Dollar), ein dezentraler Stablecoin, der nicht von einem zentralen Issuer abhängen soll.
Man könnte sagen: Fröhler arbeitet seit Jahren an verschiedenen Versionen derselben Idee. Finanzmärkte sollen offener, direkter und weniger abhängig von zentralen Gatekeepern werden.
„Für mich war Krypto immer die Idee, jedem auf der Welt die gleiche Chance zu geben. Nicht allen das gleiche Ergebnis, aber den gleichen Möglichkeiten.“ M.F.
Genau hier liegt auch seine Nähe zur Cypherpunk-Idee. Jeder soll teilnehmen können. Jeder soll Zugang bekommen. Aber was jemand daraus macht, bleibt offen.
Was von Krypto verloren ging
Gerade deshalb sieht Fröhler die heutige Entwicklung kritisch. Die Branche sei in vielen Bereichen weit vom ursprünglichen Spirit entfernt.
„2017 bis 2019 wollten viele in Krypto wirklich die Welt verbessern. Heute geht es im Retail-Bereich oft nur noch um Meme-Coins & das Trading-Casino“ M.F.
Fröhler sagt das nicht aus Nostalgie. Er ist kein Romantiker, der jede ICO-Idee von 2017 verklärt. Aber er sieht einen Unterschied zwischen wilden Experimenten mit echter Vision und einer Branche, die sich in Hunde‑, Frosch- und Tagesnarrativen verliert.
Der letzte große Moment, den er wirklich positiv sieht, war DeFi-Summer. Damals habe man erstmals gesehen, dass man zentrale Finanzlogik tatsächlich auf offene, transparente und permissionless Schienen bringen kann.
„DeFi war für mich eine echte Revolution. Offener Code, klare Regeln, jeder kann teilnehmen. Genau das war Krypto.“ M.F.
Morpher: Jeder Markt als virtueller Markt
2018 gründete Fröhler Morpher, sein erstes Krypto-Startup. Die Idee war ambitioniert: Ein weltweiter Broker, der Märkte auf der Blockchain virtualisiert.
Nutzer konnten mit dem Morpher-Token (MHP) auf die Preisentwicklung von Aktien, Rohstoffen, Währungen oder Kryptowährungen setzen. Es ging nicht darum, die echte Apple-Aktie oder einen Gold-Future zu kaufen. Stattdessen wurde die Preisbewegung über Smart Contracts nachgebildet.
„Wenn Apple zehn Prozent steigt, bekommst du zehn Prozent mehr Token. Wenn Apple zehn Prozent fällt, bekommst du entsprechend weniger. Niemand muss auf der anderen Seite des Trades stehen.“ M.F.
Das war elegant, aber auch komplex. Denn der Morpher-Token selbst war volatil. Nutzer hatten also nicht nur das Risiko ihrer Trading-Position, sondern zusätzlich das Risiko des Settlement-Tokens.
Fröhler sieht das rückblickend als einen der Gründe, warum Morpher nicht die kritische Masse erreicht hat.
„Vielleicht war es für den normalen Trader zu komplex. Wenn du Dollar einzahlst, willst du am Ende wieder in Dollar denken. Bei Morpher war es eher wie bei einer japanischen Aktie: Du hast nicht nur das Risiko der Aktie selbst, sondern zusätzlich das Währungsrisiko. Nur war diese Fremdwährung eben der Morpher-Token.“ M.F.
Morpher wird als zentral betriebenes Frontend aktuell gerade eingestellt. Das Protokoll selbst bleibt auf der Blockchain bestehen. Ob die Community das Oracle oder ein neues Frontend übernimmt, wird sich zeigen.
Am Weg zu UPD: Warum UST/LUNA scheitern musste
Im Gespräch kommen wir auch auf Terra Luna und UST — also auf jenen dezentralen Stablecoin, der eine Zeit lang tatsächlich funktionierte, relevante Marktdurchdringung erreichte und für viele als Beweis galt, dass ein algorithmischer Stablecoin möglich ist — bevor er uns dann allen um die Ohren flog. Für Fröhler war der zentrale Fehler jedoch von Anfang an eingebaut.
„Das Problem war, dass ein fixes Asset durch ein volatiles Asset stabilisiert wurde — und die Menge dieses volatilen Assets nicht konstant war.“ M.F.
Solange Vertrauen besteht, kann so ein System funktionieren. Wenn aber der volatile Token fällt und immer mehr davon gemintet werden muss, um den Peg zu halten, entsteht eine Todesspirale.
„Es war keine Frage, ob das System bricht, sondern wann.“ M.F.
Dass große Marktteilnehmer beim Zusammenbruch nachgeholfen haben könnten, hält Fröhler durchaus für plausibel. Entscheidend ist für ihn aber nicht, ob UST aktiv angegriffen wurde, sondern dass die Architektur überhaupt angreifbar war.
“Wer den richtigen Moment erwischt, den Peg unter Druck bringt und gleichzeitig Short-Positionen aufbaut, kann am Kollaps verdienen.” M.F.
Auch die These, UST hätte nur eine kritische Größe erreichen müssen, um unangreifbar zu werden, überzeugt ihn nicht. Aus seiner Sicht wäre das System auch bei deutlich größerer Marktkapitalisierung verwundbar geblieben, weil ein Angreifer nicht nur Kosten hat, sondern durch den Kollaps selbst profitieren kann.
Genau darin unterscheidet sich UST für Fröhler von Proof-of-Stake-Systemen wie Ethereum. Dort würde ein Angreifer beim Angriff sein eigenes Kapital massiv entwerten. Bei UST konnte der Angriff selbst profitabel sein.
Stablecoins: Das Killerprodukt mit falscher Architektur
Für Fröhler sind Stablecoins die wichtigste Anwendung von Blockchain. Nicht NFTs, nicht Meme-Coins, nicht komplizierte DeFi-Konstrukte. Stablecoins lösen ein echtes Problem: Menschen in Ländern mit schwachen Währungen können Dollar halten, Geld versenden und sich teilweise aus lokalen Währungssystemen befreien.
„Stablecoins sind die Killer-Applikation von Blockchain, weil sie bei Menschen angekommen sind, die nicht unbedingt kryptonativ sind.“ M.F.
Aber genau dieses Killerprodukt ist aus seiner Sicht heute falsch gebaut. USDT und USDC funktionieren wieder über zentrale Issuer (Tether & Circle): Eine Firma nimmt Geld entgegen und gibt dafür Token aus.
„Im Prinzip ist es noch ein Mittelsmann mehr.“ M.F.
Damit verbinden zentralisierte Stablecoins für Fröhler das Schlechteste aus beiden Welten: Sie sind kontrollierbar wie ein Bankkonto, aber transparent wie eine öffentliche Blockchain. Der Issuer kann Token einfrieren, während gleichzeitig jeder, der eine Adresse zuordnen kann, Kontostand und Transaktionshistorie sieht.
„Stablecoins sind eigentlich schlechter als ein Bankkonto: Dort weiß deine Bank Bescheid, aber nicht die ganze Welt. Auf der Blockchain ist alles sichtbar — und trotzdem kann der Issuer dich sperren. Es ist nur ein IOU von einer zentralisierten Firma.“ M.F.
Genau hier setzt sein neues Projekt an.
UPD: Ein privater, dezentraler Dollar
Fröhler arbeitet heute an UPD, dem Universal Private Dollar. Die Idee: ein Stablecoin, der nicht von einem zentralen Herausgeber emittiert und kontrolliert wird, sondern permissionless über einen Smart Contract entsteht.
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Wer UPD minten will, schickt Collateral in einen Smart Contract. Dieses Collateral wird in staked ETH (Lido stETH) umgewandelt (über DEX Router). Der entsprechende Dollarwert wird als UPD ausgegeben (Keine Fees).
Das Problem: ETH ist volatil. Deshalb braucht das System eine zweite Rolle: die Stabilizer.
Auch diese Rolle ist permissionless zugänglich. Möglichst viele Akteure sollen Stabilizer werden können, weil es ein lukratives Geschäft ist — incentivierte Dezentralität.
Stabilizer sichern das ETH-Exposure ab. Sie legen eigenes Kapital als Overcollateral ein und eröffnen zusätzlich Short-Positionen auf ETH. Dadurch entsteht eine delta-neutrale Struktur.
„Der Nutzer will einen stabilen Dollar. Der Stabilizer stellt eigenes Kapital bereit, hedgt das ETH-Exposure delta-neutral und verdient dafür Rendite.“ M.F.
Die Stabilizer-Rendite entsteht dabei aus zwei Quellen: der ETH-Staking-Rate auf das Reserve-Asset und der Funding Rate auf der Short-Seite. Stabilizer verdienen diese Rendite für das Absichern des Systems. UPD-Staker können wiederum einen Teil dieser Rendite erhalten, wenn Stabilizer sie weitergeben — so wie es Fröhlers eigener Stabilizer tun soll.
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Konkurrenz (USDe, DAI & USDS)
Wenn die Grundidee an Ethena erinnert — also ENA und USDe — ist das kein Zufall. Auch dort geht es um eine delta-neutrale Stablecoin-Konstruktion. Der Unterschied ist für Fröhler aber zentral: Bei Ethena übergibt der Nutzer seine Assets an einen Issuer, der die Strategie betreibt (sowohl Long als auch Short). Bei UPD soll der Nutzer permissionless über einen Smart Contract minten können, während viele Stabilizer mit eigenem Kapital die Absicherung übernehmen.
Bei Maker/DAI beziehungsweise Sky/USDS sieht Fröhler ein anderes Problem: DAI, ursprünglich der OG unter den DeFi-Stablecoins , war mit ETH besichert, aber ohne Short-Absicherung. Um nicht in eine Terra/Luna-artige Spirale zu laufen, wurde das System später stärker mit zentralisierten Assets wie USDC und Real-World-Asset-Strukturen unterlegt.
„Wenn ein dezentraler Stablecoin am Ende großteils durch zentralisierte Assets gedeckt ist, ist er eben nur noch begrenzt dezentral.“ M.F.
DAI selbst kann zwar nicht einfach auf Nutzerebene eingefroren werden; das zentrale Risiko liegt eben eher darin, dass Circle USDC im DAI-Contract einfrieren könnte. Beim Rebrand zu Sky und dem neuen Stablecoin USDS kommt für Fröhler zusätzlich hinzu, dass Freezing-Mechanismen wieder expliziter möglich werden — auch wenn die Collateral-Struktur gleichzeitig breiter und dezentraler wurde.
„Bei UPD ist das Nutzer-Collateral nicht ‘on the hook’ für die Operation eines zentralen Issuers.“ M.F.
Und ein weiterer entscheidender Unterschied: Im UPD-System soll es keine zentrale Freeze-Funktion geben. Niemand soll UPD einfach sperren können.
Warum Privacy dazugehört
UPD soll nicht nur dezentral, sondern auch privat sein.
Für Fröhler ist Privacy kein Spezialfeature für Kriminelle, sondern ein Grundrecht.
„Niemand würde sein Bankkonto live ins Internet stellen. Auf der Blockchain ist aber genau das der Normalzustand.“ M.F.
Wenn jemand eine Adresse einer Person zuordnen kann, sieht er Transaktionshistorie, Kontostand und zukünftige Zahlungen. Für Privatpersonen ist das unangenehm. Für Unternehmen und Institutionen ist es oft untragbar.
UPD soll deshalb private Transaktionen nativ unterstützen. Wichtig ist Fröhler dabei: Privacy bedeutet nicht, dass man nichts offenlegen kann. Der Nutzer soll gegenüber Behörden, Steuerberatern oder Geschäftspartnern Nachweise erbringen können. Aber eben nicht gegenüber der ganzen Welt.
„Es geht nicht darum, alles zu verstecken. Es geht darum, dass nicht jeder alles sehen kann.“ M.F.
Das ist ein wichtiger Unterschied zu reinen Mixern. UPD soll Privacy mit verifizierbare Nachvollziehbarkeit für z.B. Offenlegungen bringen.
“Das ist ein Feature, kein Bug” M.F.
SNARKs, STARKs und institutionelle Privacy
Technisch setzt UPD auf Zero-Knowledge-Technologie.
„Für alltägliche Transaktionen können SNARKs ausreichend sein: Sie sind günstiger, aber langfristig nicht quantum-sicher. Sollte diese Kryptografie durch Quantencomputer gebrochen werden, könnten Transaktionen rückwirkend offengelegt werden. Und wenn eine Institution siebenstellige Beträge bewegt, will sie keine Privacy, die in zehn Jahren rückwirkend offengelget wird.“ — M.F.
Für größere institutionelle Anwendungen setzt Fröhler auf STARKs.
Laut Fröhler hat sein Co-Founder Thomas einen Onchain-STARK-Verifier entwickelt. Das ist technisch anspruchsvoll und teuer, aber für institutionelle Anwendungen potenziell entscheidend.
Die Idee ist also zweistufig: günstige Privacy für normale Nutzung, stärkere Privacy für große Beträge und Institutionen.
Ethereum als Basis, Layer 2 für Nutzung
UPD soll auf Ethereum starten. Minting, Burning und Reserven bleiben auf dem Mainnet. Für Zahlungen und günstigere Nutzung können Layer-2-Lösungen eingesetzt werden.
„Die Ökonomie und die Sicherheit können auf Ethereum bleiben. Die Nutzung kann auf Layer 2 stattfinden.“ — M.F.
Das ist wichtig, denn ein Stablecoin als Zahlungsmittel braucht niedrige Gebühren. Für Alltagstransaktionen sind Mainnet-Kosten zu hoch. Layer 2 kann hier die Nutzungsebene werden, während Ethereum die Settlement- und Reservebasis bleibt.
Bitcoin, Ethereum und der Rest
Am Ende sprechen wir über den Markt. Fröhler ist vorsichtig mit Prognosen. Als Quant hält er wenig von rein diskretionären Meinungen.
„Ich habe diesmal, wie wahrscheinlich viele andere auch, geglaubt, dass es diesmal anders wird und der Vierjahreszyklus bricht. Rückblickend gibt es bis heute aber keinen überzeugenden Grund, daran zu zweifeln, dass dieser Zyklus noch immer gilt. Es könne gut sein, dass der Markt noch nicht durch den finalen Schmerz gegangen ist.“ — M.F. (Juni 2026)
Bei der Frage, welche Netzwerke für ihn wirklich glaubhaft dezentral und permissionless sind, ist er klar.
„Für mich sind das im Moment eigentlich nur Bitcoin und Ethereum.“
Solana sieht er als relevant und mit echter Traction, aber nicht auf derselben Ebene.
„Wenn bei Solana etwas passiert, werden innerhalb kürzester Zeit alle Nodes gepatcht, weil sich die Leute kennen. Das kann ein Vorteil sein. Aber es ist auch ein anderes Dezentralisierungsmodell.“ M.F.
Ethereum habe mit Tornado Cash und OFAC bereits einen echten Real-World-Test erlebt und aus seiner Sicht weitgehend bestanden.
Fazit: Krypto muss sich erinnern, warum es existiert
Martin Fröhler ist kein Nostalgiker, der einfach zurück ins Jahr 2017 will. Er ist Finanzmathematiker, Gründer und Protokollbauer. Aber gerade deshalb ist seine Kritik an der heutigen Krypto-Welt interessant.
Er sieht klar, dass Stablecoins ein enormes product market fit haben. Er sieht auch, dass Regulierung für viele Marktteilnehmer wichtig ist. Aber er erinnert daran, dass Krypto nicht erfunden wurde, um das bestehende Finanzsystem einfach mit Token nachzubauen.
Krypto wurde gebaut, um Alternativen zu schaffen.
Permissionless. Zensurresistent. Offen. Privat. Ohne zentrale Mittelsmänner.
„Wenn wir am Ende wieder nur Bankenlogik auf Blockchains kopieren, haben wir das eigentliche Versprechen von Krypto verfehlt.“ M.F.
UPD ist Fröhlers Versuch, dieses Versprechen im Bereich Stablecoins neu zu formulieren: ein privater, dezentraler Dollar, der nicht von einem zentralen Issuer abhängt, nicht eingefroren werden kann und trotzdem ökonomisch stabil bleiben soll.
Ob dieser Ansatz technisch, ökonomisch und regulatorisch bestehen kann, wird sich zeigen. Aber in einer Krypto-Welt, die manchmal so wirkt, als hätte sie ihre eigene Gründungsidee vergessen, ist es erfrischend, jemanden zu hören, der sie wieder ernst nimmt.
Nicht als Marketing-Slogan. Sondern als Designprinzip.
„Die Idee und der Gründer haben mich überzeugt. Ich werde das Projekt jedenfalls testen und weiterverfolgen.“
— Dr. Stephan Mauracher
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